Herzrebell

Auf der Suche nach sich selbst zu sein ist mit die schwerste Reise. Aber was genau ist so schwer daran? Ich weiß, wer ich sein will, aber bei dem Versuch es zu werden, stelle ich dann fest, dass ich das nicht bin. Logisch, sonst würde ich es ja nicht sein wollen, wenn ich es schon wäre. Aber werde ich es einfach, indem ich es bin? Muss ich das nicht fühlen? Wie geht das? Wie macht man das? Wie hört dieses Gefühl auf oder fängt es an? Dieses Gefühl jemand zu sein, der man nicht ist und gleichzeitig das Gefühl niemand zu sein. Das Gefühl ein Fremder vor sich selbst zu sein und sich selbst fern zu werden bei dem Versuch ein anderer zu sein. Wer bin ich? Ich bin ein Schatten, in jeglicher Hinsicht, aber irgendwas bricht sich damit. Der Glaube anders zu sein, der Wunsch auszubrechen. Der Mangel an Mut. Wo ist der Mut, den ich einst besaß? Ich lebe mehr meinen Traum, als damals geglaubt und bin in der Realität angekommen. Ich bin mehr von dem, was ich damals sein wollte und habe auf dem Weg ein großes Stück von mir verloren. Ich habe mich angepasst in dem Versuch ernst genommen zu werden, in dem Versuch so erwachsen zu sein, wie es mein Leben von mir verlangt. Aber er ist noch da, der Rebell in meinem Herzen. Und er wird ausbrechen. Was ich brauche ist Mut. Und das Schlimmste, und das muss ich noch ablegen, ist die Anerkennung, die ich brauche. Weil ich mich selbst nicht lieben kann, sollen es andere tun und das ist schier unmöglich in meinem Schneckenhaus, in dem ich mich vergrabe. Da ist kein Platz und ich sehe von da drinnen nichts. Von meinem Glauben aus anders zu sein, sehe ich die Menschen um mich herum nicht. Ich sehe sie, aber ich nehme sie nicht wahr. Ich sehe nur mich und da sehe ich nichts.