Die Erleichterung

Mein Lieblingsgefühl ist das der Erleichterung. Warum nicht das des Glücks? Der Dankbarkeit oder der Liebe? Es hat von allem etwas. Das Gefühl, das dir für einen Moment das Gefühl gibt durch das Leben zu tanzen. Es ist das Ende meines meist gehassten Gefühls: der Sorge. Ich kann mit allem umgehen: Angst, Trauer, Wut, aber nicht mit der Sorge. Denn sie umfasst das alles auf einmal. Die Erleichterung ist das Ende davon. Dadurch fühlt sie sich besonders stark und gut an. Sie gibt dir für einige Zeit das Gefühl unbesiegbar zu sein. Und die Erleichterung ist der erste Schritt vom Dunkeln ins Helle. Es ist soetwas vor Vorfreude und die ist bekanntlich am Schönsten, oder?

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Verse -66-

Wahre Worte, denen ich nichts weiter hinzuzufügen habe. Wahre Worte, die mir aus der Seele sprechen und dieses Gefühl so wunderbar sanft und doch so direkt auf den Punkt bringen.

Gedankenorbit ...

Es gibt Menschen, die wie Federn sind

Wenn du wie eine Feder bist,
dann bist du weich,
dann kannst du wärmen,
dann kannst du streicheln.
Wenn du wie eine Feder bist,
dann können deine Träume fliegen.

Wenn du wie eine Feder bist,
bist du sehr leicht,
bist du empfindlich.
bist du zerbrechlich.
Wenn du wie eine Feder bist,
kannst du fortgetragen werden
von Wind oder Sturm.

Bis dich niemand mehr sieht.

Bis du allein bist mit dir.

Fällt zu viel Regen auf dich,
wirst du nicht mehr fliegen können,
bleibst am Boden kleben,
kannst zertreten werden.

Nur, wenn du,
wenn deine Träume fliegen dürfen,
kannst du leben,
bist du frei.

Es gibt so viele Menschen,
die sich Menschen,
die wie Federn sind,
nicht vorstellen können.

Die zu wissen meinen,
dass da noch anderes sein muss,
als allein die Fähigkeit
zu wärmen und zu streicheln,
als Empfindsamkeit
und Zerbrechlichkeit.

Die zu…

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Gefangene Freiheit

Jeden Tag verfolgt einen das Gefühl der Tag habe zu wenig Stunden. Für nichts ist genug Zeit da. Und dabei kommt es noch nicht einmal darauf an, wieviele Stunden man tatsächlich zu freien Verfügung hat. Es ist egal, wieviel Zeit man hat. Es ist nie genug. Die Frage ist, woran liegt das?! Warum ist nie für irgendetwas genug Zeit? Gefühlt. Denn tatsächlich ist es ja so, dass wir jede Menge Zeit haben. Wenn man sich die Menschen vor vielen hundert Jahren anguckt, dann haben wir unendlich viel Zeit für alles und nichts. Wir müssen uns keine Gedanken mehr über unsere Nahrungsbeschaffung oder unser Überleben im Allgemeinen machen. Wir sitzen (überwiegend) in warmen Mietswohnungen und tätigen einen Anruf, wenn es aus der Decke tropft, anstatt sich selbst ans Werk machen zu müssen. Wir tippen ein bisschen auf einem unserer Blaulichtbildschirme herum und googlen etwas über die Größe des Universums anstatt bei Blitzen und Grollen vom Himmel in Panik auszubrechen. Wir haben es genau genommen ziemlich gut. Und doch fehlt irgendetwas, denn um all diese Freiheit und diesen Luxus zu haben, müssen wir uns einfügen in das um uns herum. Wir müssen einer Arbeit nachgehen, um bei all dem mithalten zu können. Ja, mithalten. Man muss sich einfügen, um nicht abgestoßen zu werden. Dabei sucht man sich krampfhaft irgendetwas, womit man Geld verdienen kann, um hinein zu passen. Einer Aufgabe nachzugehen, um sich Anerkennung zu verdienen. Und bei all dieser Anpassung und dem Reingequetsche ins System, haben wir keine Zeit mehr für das, was uns vielleicht wirklich erfüllt. Wir haben keine Zeit für große Träume. Wir müssen unser Dach vielleicht nicht mehr selber reparieren und die Kartoffeln nicht mehr selbst aus der Erde graben. Dafür müssen wir den ganzen Tag für irgendwen anderes arbeiten, um uns am Ende die fertige Pizza aus dem Supermarkt zu holen und sie vor dem Fernseher zu verdrücken, während unser Gehirn immer mehr die Fähigkeit verliert sich zu entfalten. Frei zu denken, kreativ zu sein. Wir sind so übersättigt, dass wir nicht einmal mehr Lust haben auszubrechen. Die Angst, die Anstrengung und die Abgrenzung. Und trotzdem sind wir nicht glücklich. Aber vielleicht sollte ich das nicht so verallgemeinern. Es gibt bestimmt viele Menschen, die damit oder trotzdem glücklich sind. Nein, ich sollte das nicht so verallgemeinern. Ich kann es nicht so verallgemeinern. Aber ich kann sagen: ich bin damit nicht glücklich. Ich passe nicht in dieses System. Aber ich bin genau so ein Angsthase, wie jeder andere auch. Deswegen füge ich mich ein, in dieses System in das ich nicht rein möchte, aber irgendwo in mir drin schreit es. Es schreit und beißt und tritt und will da raus. Raus aus der Konvention, raus aus der du musst-Schiene. Einfach raus hier. Denn wir sind nicht frei. Wir glauben, wir sind frei. Aber wir sind es nicht.

Meine Dunstabzugshaube ist silber

Es gibt Dinge, die tue ich nur, wenn ich der Meinung bin, ich müsse mal wieder etwas verändern. Frischen Wind reinbringen, umdisponieren, am besten alles wegwerfen und neu machen. Meine Haarfarbe ist da mit das beste Beispiel. Dieser Veränderungsdrang entpuppt sich allerdings jedes Mal als nicht sehr erfolgreich, da ich früher oder später doch immer wieder (auf Kosten meiner Haare) zu derselben zurückkehre. Ich sollte diesbezüglich eine Memo an mich selbst an den Spiegel kleben. An der Haarfarbe liegt es nicht. So oder so ähnlich würde diese dann lauten.
Wenn es nicht meine Haarfarbe betrifft, betrifft es häufig unnötiges Kaufen von irgendetwas, das ich eigentlich gar nicht brauche, aber nice to have. Klamotten zum Beispiel, Klamotten gehen IMMER. Viel häufiger trifft es allerdings die Wohnung; die Wohnung in Form von Putzanfällen. Es fängt harmlos an und artet dann aus in ein Geschrubbe an Orten, wo ich noch nie oder vor langer langer Zeit mal sauber gemacht habe. Heute: die Dunstabzugshaube. Ich kann nicht behaupten, dass ich es in den zwei Jahren, die wir hier wohnen, nicht schon einmal versucht hätte, aber ich habe sie bisher immer als einen hoffnungslosen Fall abgestempelt. Heute nicht. Ich stellte fest, dass man mit Glasreiniger allerlei Oberflächen wirklich wirklich WIRKLICH sauber bekommt und war nach der Spüle, dem Herd und dem Backofen auf der Suche nach etwas, das ebenfalls eine glänzende Oberfläche hat…oder mal hatte…und es vielleicht mal wieder haben sollte.  Et voilà, da war sie: die Dunstabzugshaube. Bevor ich diese allerdings mit dem Glasreiniger bearbeiten konnte, musste ich erstmal Scheuermilch und Edelstahlschwamm zum Einsatz bringen, aber das Ergebnis zahlt sich aus: sie ist tatsächlich silber und nicht matt-grau. GLÄNZEND silber.
Was mir diese Erkenntnis jetzt bringt? Keine Ahnung. Vermutlich fällt es auch niemandem auf außer mir (weswegen ich es vorsorglich allen mitgeteilt habe), aber es fühlt sich gut an. Auch wenn mich der matt-graue Zustand bisher nie wirklich belastet hat, kann ich jetzt immerhin guten Gewissens sagen: Dieses Problem ist für längere Zeit vom Tisch. Wann kommt das nächste? Es liegt nebenan. Auf dem Schreibtisch in Form von…ja, was eigentlich? Allem, einfach allem! Aber man muss ja klein anfangen und ob das Problem wirklich in der Ordnung meiner Wohnung liegt? Ich weiß es nicht, aber eine ordentliche und saubere Umgebung trägt auf jeden Fall mehr zum Wohlergehen bei, als das Kinderchaos, das hier alltäglich fabriziert wird. Wenn der Boden unter dem Tisch zu klebrig aussieht, schaue ich nun also einfach auf meine glänzende Dunstabzugshaube und sage mir: Alles zu seiner Zeit. Alles zu seiner Zeit.

Herzrebell

Auf der Suche nach sich selbst zu sein ist mit die schwerste Reise. Aber was genau ist so schwer daran? Ich weiß, wer ich sein will, aber bei dem Versuch es zu werden, stelle ich dann fest, dass ich das nicht bin. Logisch, sonst würde ich es ja nicht sein wollen, wenn ich es schon wäre. Aber werde ich es einfach, indem ich es bin? Muss ich das nicht fühlen? Wie geht das? Wie macht man das? Wie hört dieses Gefühl auf oder fängt es an? Dieses Gefühl jemand zu sein, der man nicht ist und gleichzeitig das Gefühl niemand zu sein. Das Gefühl ein Fremder vor sich selbst zu sein und sich selbst fern zu werden bei dem Versuch ein anderer zu sein. Wer bin ich? Ich bin ein Schatten, in jeglicher Hinsicht, aber irgendwas bricht sich damit. Der Glaube anders zu sein, der Wunsch auszubrechen. Der Mangel an Mut. Wo ist der Mut, den ich einst besaß? Ich lebe mehr meinen Traum, als damals geglaubt und bin in der Realität angekommen. Ich bin mehr von dem, was ich damals sein wollte und habe auf dem Weg ein großes Stück von mir verloren. Ich habe mich angepasst in dem Versuch ernst genommen zu werden, in dem Versuch so erwachsen zu sein, wie es mein Leben von mir verlangt. Aber er ist noch da, der Rebell in meinem Herzen. Und er wird ausbrechen. Was ich brauche ist Mut. Und das Schlimmste, und das muss ich noch ablegen, ist die Anerkennung, die ich brauche. Weil ich mich selbst nicht lieben kann, sollen es andere tun und das ist schier unmöglich in meinem Schneckenhaus, in dem ich mich vergrabe. Da ist kein Platz und ich sehe von da drinnen nichts. Von meinem Glauben aus anders zu sein, sehe ich die Menschen um mich herum nicht. Ich sehe sie, aber ich nehme sie nicht wahr. Ich sehe nur mich und da sehe ich nichts.

Peter Pan für Große

Ich will nicht mehr erwachsen sein. Ehrlich. Ich will wieder in nicht zusammen passenden Klamotten durch Pfützen springen und mich an dem komischen Gefühl der nassen Socken in den volllaufenden Gummistiefeln erfreuen. Dann will ich dieses Gefühl des Vakuums, wenn man die Gummistiefel auszieht. Und einen warmen Kakao und Prinzenkekse von Mama. Ich will keine Rechnungen mehr bezahlen müssen und ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn ich mir wieder ein heißes Bad einlasse. Ich will nicht verstehen, warum wir früher immer fragen mussten und die Antwort „zu teuer“ bekamen. Ich will mir keine Sorgen um meine Zukunft machen und dieses Gefühl nichts zu wissen und alles wissen zu müssen. Ich will mir keine Gedanken um mein Essen machen und wie gesund und ungesund das gerade ist. Ich will nicht vor dem Spiegel und dem Schrank stehen und mir die Haare raufen. Ich will nicht mehr erwachsen sein. Ich will Peter Pan sein. Will ich nicht. Ich will die Freiheit eines Kindes im Kopf  und die Freiheiten des Lebens eines Erwachsenen. Nicht nach Schokolade und Fernsehen fragen zu müssen, ist schon ziemlich cool. Aber der Rest? Den ganzen anderen Rest, den will ich nicht. Geht das? Das ganze Denken, Grübeln, Planen, die Verantwortung für mein eigenes alles. Das ganze Denken, Denken, Denken, Sorgen machen. Das will ich nicht mehr. Geht das? Geht das auch ohne Peter Pan? Sag mir einer wie das geht. Ich will nicht denken, denken, grübel. Ich will frei sein und meine Gummistiefel mit Wasser volllaufen lassen bis sie bei jedem Schritt nach Hause furzen.